4. Stiftungsfest der SchaBalla SchaBullu Schützen 2000 k.e.V.

Schützenfest am 24.05.2008

SchaBalla-Schützen

Sein Mund ist trocken, als er mit wackligen Knien zum Schießstand läuft. Er dreht seinen Schützenhut in einer ausladenden Geste nach hinten, während derer er sich mit dem Ärmel seinen T-Shirts den Schweiß von der Stirn in die Augen reibt. "Scheiße", denkt er. "Das brennt". Er setzt den Hut mit der hinteren Krempe nach vorn auf das nasse Haar, es ist als ob in Ihm ein Motor angeschmissen wird. Er lässt sich vom Schießmeister die AK47, äh nein, die Scharfschützenarmbrust durchladen und in seine glitschigen, vom Bier, Schweiß und anderen Körpersäften benetzten Hände geben.

Vorsicht! Scharfschütze Andy schießt!

Es wird still um Ihn, die aufmunternden, ja fast anfeuernden Zurufe seiner Schützenbrüder nimmt er kaum wahr ("Lass stecken, Kollege. Aus der Entfernung triffst du doch nicht mal ne längs geparkte Airbus 380, geschweige denn den bunten Geier da …"). Er zielt genau auf die Mitte des Vogels, hält den Atem an, drückt ab und schließt im gleichen Moment die Augen. Er sieht sich selbst am Schießstand stehen, sieht den Holzpfeil wie in Zeitlupe aus dem Rohr der Armbrust fliegen. Sieht, wie sich der Pfeil leicht nach unten neigt und den Leib des nicht ganz artgerecht aufgepflanzten Styro-Birds in der Mitte durchschlägt und das tote Tier (der letzte seiner Art) in zwei Teilen auf dem Boden landet. Ein mächtiger Schulterklopfer und diverse Beileidsbekundungen angesichts des miserablen Schusses holen Ihn wieder zurück in die Realität. Der Schuss ging Meterweit daneben.

Der Adler

So oder ähnlich erging es einigen Schützen an einem sonnigen Samstagnachmittag Ende Mai mehrmals, als der SchaBalla Club bereits zum vierten Male sein Schützenfest zelebrierte. Doch wie immer hübsch der Reihe nach: